Lebensmittelkonsum
Beim Lebensmitteleinkauf kommen der Herkunft, der Qualität, den regionalen Produkten und der Frische der Lebensmittel eine wachsende Bedeutung zu. Die österreichische Herkunft ist für 28 Prozent der Konsumenten wesentlichstes Kaufargument bei Lebensmitteln.
An dritter Stelle steht zusätzlich die Herkunft aus der unmittelbaren Region. Besonders bei sensiblen Produkten, wo es auf die Frische ankommt und das Vertrauen der Konsumenten in die Qualität besonders wichtig ist (Fleisch und Milchprodukte), zeigt sich dieser Konsumpatriotismus am deutlichsten.Nahrungsmittelverbrauch ausgewählter Produktgruppen
Im Konsumverhalten gibt es neben dem Trend zu Bio den Trend zu gesünderer Ernährung. Herr und Frau Österreicher aßen 2006 pro Kopf um 8 kg mehr Obst und 18 kg mehr Gemüse als 1995. Der Pro-Kopf- Verbrauch von Gemüse liegt bei 106,0 kg im Zeitraum 2005/2006. Der Obstkonsum liegt im selben Zeitraum bei 93,9 kg pro Kopf.
Der jährliche Milchkonsum (inklusive Joghurt und Sauermilch) zeigt nach einer kontinuierlichen Steigerung in den vergangenen Jahren deutliche Schwankungen. 2005 wurden in Österreich rund 78,3 kg Milch pro Kopf verbraucht. Der Käsekonsum ist in den letzten Jahren relativ stabil - 2007 lag der Pro-Kopf-Verbrauch bei 17,7 kg. Auch Obers und Butter sind in ihrer Absatzentwicklung annähernd gleich geblieben (Obers: 7,5 kg pro Kopf im Jahr 2005, Butter 5 kg pro Kopf im Jahr 2007).
Die Tendenz zu abnehmendem Fleisch-Konsum setzt sich fort (minus 1 bis 3 Prozent/Jahr). Stabil ist lediglich der Absatz von Schweinefleisch. Dieses ist mit 63 Prozent nach wie vor das beliebteste Fleisch der Österreicher.
Pro Kopf werden in Österreich jährlich ca. 67 kg Fleisch verbraucht. Mit 40 kg pro Jahr steht das Schweinefleisch nach wie vor im Zentrum der österreichischen Fleischküche. Auf Platz zwei folgen ex aequo Rind- und Kalbfleisch und Geflügel mit jeweils 12 kg im Jahr 2005. Der Inlandsverbrauch von Geflügelfleisch verringerte sich von 166.900 t (2005) auf 154.900 t (2006) als mögliche Auswirkung der Vogelgrippe(Österreichische Ernährungsbilanz, Statistik Austria, 2007).
Bioprodukte
Produkte aus biologischer Landwirtschaft erfreuen sich seit Jahren steigender Beliebtheit. Aktuell sind es vor allem Eier (63 %) und Milch (47 %), bei denen am häufigsten „immer“ auf Bio geachtet wird. Bei Obst & Gemüse sind es 41 % bzw. 44 %,bei Fleisch zwischen 39 % und 42 %, bei Butter und Käse 42 % bzw. 35 % und bei Brot 24 %.
Als Motivation für den Kauf von Bioprodukten nennen die befragten KonsumentInnen spontan an erster Stelle die „gesunde Ernährung“ als wichtigstes Kriterium. 13 % gaben „keine chemischen Zusatzstoffe“, 9 % „besseren Geschmack“ und 9 % die „Unterstützung der LandwirtInnen“ als Kaufmotiv an. Hauptgrund für den Nicht-Kauf von Bioprodukten ist „der Preis“ („zu teuer“ gaben 32 % der Befragten als Grund an), „wenig Vertrauen in die Echtheit“ (15 %) und „achte nicht auf Bio“ (10 %).
Haushaltsausgaben
Bei den Haushaltausgaben liegt der durchschnittliche Anteil für die Ernährung in Österreich bei 13% und damit an dritter Stelle. Den größten Anteil an den Haushaltsausgaben hat der Sektor „Wohnen, Energie" mit 22,3 %, gefolgt von „Verkehr" (16,1 %).
Jeder achte Haushalt wendet mehr als ein Viertel seiner Haushaltsausgaben für Ernährung auf, im Schnitt geben diese Haushalte sogar über 30% für Lebensmittel aus. Im Gegensatz dazu ist der Ernährungsanteil in knapp einem Drittel der Haushalte geringer als 10%. Im Vergleich liegt der durchschnittliche Ernährungsanteil aller Haushalte in Österreich bei 13%, in Italien bei 17,5 %, in Tschechien bei 20,6%, in Ungarn bei 22,7 % und in Deutschland bei 14,0 %.
Für Fleisch, Brot und Getreideprodukte sowie Milch und Milchprodukte geben die KonsumentInnen am meisten Geld pro Monat aus. Die monatlichen Verbrauchsausgaben für Fleisch betrugen 2004/2005 74 EUR, für Brot und Getreideprodukte 61 EUR, Milchprodukte und Eier 48 EUR, gefolgt von alkoholfreien Getränken mit 34 EUR, alkoholischen Getränken und Gemüse mit je 29 EUR.
GENUSS REGION ÖSTERREICH
Das Lebensministerium setzt mit der Initiative „GENUSS REGION ÖSTERREICH“ einen klaren Impuls für die Regionalitätsauszeichnung. Nach nunmehr knapp drei Jahren sind 85 Regionen mit ihren Leitprodukten selbst initiativ und begeistern die KonsumentInnen für die regionalen kulinarischen Angebote und für die Kultur der Region. Ehrgeiziges Ziel für 2008 ist es, die Marke von 100 Genussregionen zu überspringen. Die Genussregionen werden sich heuer bereits zum dritten Mal auf der weltgrößten Tourismus-Messe ITB in Berlin präsentieren, seit Beginn des Jahres besteht eine Genuss Region Österreich – Plattform auf dem Tourismus-Webportal Tiscover.
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LMB2008_Kap6_LM-Konsum.pdf (PDF 654,84 kB )
12.05.2009, Lebensministerium Öffentlichkeitsarbeit


